
Schwierigkeit: keine Steigungen, aber keine glatten Wege
GPX-File, Tour bei Komoot
Die Havel ist ein wunderschönes Gewässer und das muss man natürlich beim Wandern mitnehmen. Leider sind die offiziellen Wege, z.B. der Havelradweg, doch recht gut besucht. Es gibt aber ein paar Stellen, die man in aller Einsamkeit bewandern kann, so wie das bei dieser Route der Fall ist. Los gehts in Roskow, wo man das Auto einfach am Straßenrand abstellen kann. Zunächst biegt man von der Hauptstraße in die Bahnhofsstraße ab - und wundert sich. Weit und breit keine Bahnstrecke, wie kommt die Straße wohl zu ihrem Namen. Die Erklärung findet sich wie so oft in der Geschichte. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier tatsächlich eine Eisenbahnstrecke, nämlich die Westhavelländischen Kreisbahnen die Brandenburg vom Altstadt Bahnhof bzw. von der Krakauer Schleuse aus (hier meine Radtour entlang der Route) mit Nauen verband und eben auch hier durch Roskow fuhr.

Auf der alten Streckenführung, die jetzt asphaltiert ist, laufe ich Richtung Weseram, vorbei an Pferdekoppeln und blühenden Rapsfeldern. In Weseram knickt die Route nach links ab und führt weiter bis zum Haveldeich. Hier verlasse ich den asphaltierten Weg und marschiere auf dem Deich entlang. Und nun bin ich endlich vollständig allein. Links blühen die Felder, rechts schwappt die Havel träge ans Ufer.

Ab und zu fährt ein Segelboot oder ein Motorschiff vorbei. Sogar einen Raddampfer kann ich sehen. Aber alles schön aus der Entfernung, mir begegnet hier niemand - zumindest niemand Menschliches. Dass dort allerlei Lebendiges herumkraucht beweisen die unwahrscheinlichen Mengen an Entenkacke, die die Deichkrone pflastern.

Viele Kilometer geht es auf der Deichkrone entlang. Am gegenüberliegenden Ufer ziehen die Götzer Berge mit dem Aussichtsturm vorbei, der als Wanderziel bereits vorgemerkt ist. An einem kleinen Stichkanal gibt es eine Rastmöglichkeit, dann geht es weiter am Ufer. In einer Flusskurve schließlich sagt mir meine Routenplanung, dass es Zeit ist, mich von der Havel zu verabschieden. Ich wandere querfeldein, ein Weg ist hier kaum zu erkennen. Innerhalb von zehn Minuten erschrecke ich dabei zwei Enten, einen Fuchs, einen Fasan und ein nicht identifiziertes Tier, das sich nur durch das Rascheln des Getreides bei der Flucht zu erkennen gibt. Ich beschließe, in Zukunft mehr Lärm zu veranstalten, denn auch ich habe mich jedes Mal gehörig erschreckt.

Ich erreiche die Verbindungsstraße zwischen Roskow und Zachow. Ich bin hier schon oft entlang gefahren, hatte aber kaum ein Auge für die Landschaft. Heute dafür umso mehr und meine Aufmerksamkeit wird belohnt. Eine kleine Regenwolke erzeugt einen hübschen Regenbogen, der sich malerisch in die Landschaft einfügt.

Ich überquere die Straße und marschiere weiter, immer auf ein mysteröses blaues Gebäude zu, welches mir schon auf meinen Vorbeifahrten immer aufgefallen ist. Es entpuppt sich als das Klärwerk von Roskow. Naja, irgendwo müssen die ja auch stehen. Ich biege links ab und wandere geradewegs auf Roskow zu, durchquere den Ort und bin zurück an meinem Auto.

